Blick ins Buch

Über das Buch

»Die gefährlichste Erfindung der Welt« erscheint im Juni. Sie können das Buch per E-Mail vorbestellen.


Man kann die Entwicklung des Druckens mit beweglichen Lettern als eine technische Meisterleistung des 15. Jahrhunderts sehen. Dann aber übersieht man das wirklich Wichtige an Johannes Gutenbergs Erfindung: die Folgen. Und die Wirkung.

Zur gefährlichsten Erfindung der Welt wurde das Drucken wegen seiner Wirkung auf Gesellschaften, die bis heute anhält: Das Drucken mit beweglichen, wiederverwendbaren Lettern in hoher Präzision, Geschwindigkeit und Auflage veränderte Machtverhältnisse, Autoritäten wurden hinterfragt, es beschleunigte Umbrüche, schaffte Öffentlichkeit und machte Bildung zugänglicher. Und es zwang Menschen, sich zu positionieren.

Es war – wie die digitale Revolution – ein disruptiver Vorgang mit ambivalenten Folgen.

Wer kontrolliert Information?
Wer trägt die Verantwortung für ihre Verbreitung?
Wer ist Gatekeeper des Wissens?
Wie unterscheiden wir zwischen Wissen und Meinung, Wahrheit und Täuschung?

Diese Fragen sind heute so aktuell wie vor 600 Jahren. Deshalb ist diese Einladung ins Gutenberg-Museum Mainz auch eine Einladung zur Auseinandersetzung mit Mediengeschichte und Mediennutzung, Meinungsbildung und Meinungsfreiheit und damit zum Nachdenken über Kernfragen der Zeit.

Ein Blick hinter die Kulissen

Zum 125-jährigen Jubiläum des Gutenberg-Museums in Mainz erlaubt dieses Buch einen Blick hinter die Kulissen: Wie entstand die Sammlung und wie wird sie für die Zukunft gesichert? Was erzählen die Objekte über die Vergangenheit und wie regen sie gleichzeitig dazu an, den heutigen Umgang mit Medien mutig zu diskutieren?

Das Buch zeigt auf, wie eine Erfindung im Laufe der Geschichte im Spiegel der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Ereignissen immer wieder neu interpretiert und bewertet wird, wie eine Sammlung Fahrt aufnimmt und wie wichtig Kuratieren im Wandel ist. Museen befreien sich von der Vorstellung, reine Orte des Sammelns zu sein und verstehen sich mehr und mehr als Netzwerk, in dem sich Geschichte und Gegenwart begegnen und miteinander verweben. Digital und analog sind dabei keine Gegensätze, sondern ergänzen sich im didaktischen Interesse. Welche Verpflichtung geht für ein Museum aus den gesammelten Schätzen hervor? Wie lädt man vor Ort und digital über das Museum hinaus Menschen dazu ein, aktive Forschende zu werden? Und wie wandelt sich in einer Welt flacher Hierarchien die Rolle des Museums von Deutungshoheit zu Kooperation?

Die Demokratisierung des Kulturerbes

Mit dem veränderten Selbstbild wandelt sich auch die Art der Vermittlung: Das Museum versteht sich heute als ein Angebot zum Dialog auf Augenhöhe – und das über den physischen – im Entstehen begriffenen Ort hinaus. Je tiefer man in der Text eintaucht, umso neugieriger wird man sowohl auf die Interimspräsenz MOVED, als auch auf den im Bau befindlichen Neubau. So schließt das Buch nicht die Lücke zwischen Abriss, Interim und Eröffnung, sondern lädt zu Vorfreude und Nachdenken ein über eine große Erfindung und ihre weitreichenden bis in die Zukunft weisenden Folgen.

Zu Gestaltung und Ausstattung

Jörn Kaspuhl, einer der prägenden Editorial-Illustratoren gibt dem Buch mit seinen ausdrucksstarken Illustrationen und charakteristischen Bildbearbeitungen eine besondere Note. Katrin Schacke erfindet eine starke Typografie, die den prachtvollen Initialen der Gutenbergbibeln eine moderne Interpretation entgegenstellt.

Die gefährlichste Erfindung der Welt
Kuratiert vom Gutenberg-Museum Mainz
Gestaltung: Katrin Schacke
160 Seiten
mit 11 doppelseitigen Illustrationen auf den Kapitelauftaktseiten und zahlreichen Abbildungen
von Jörn Kaspuhl
durchgehend in vier Sonderfarben auf 100 % Recyclingpapier, FSC zertifiziert gedruckt
Format 15 x 22 cm
Flexibler Leineneinband mit zweifarbiger Prägung

Das Buch erscheint aus Anlass des 125-jährigen Jubiläums des Gutenberg-Museums Mainz

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