Blick ins Buch

Über das Buch

Im lichten Schatten blühender Obstbäume kam uns die Idee zu einem Tageskalender mit 365 alten Apfelsorten. Wir stiegen in Archive, sichteten pomologische Fachzeitschriften, scannten die schönsten Illustrationen und ordneten Sonntagen besonders schöne Zeichnungen mit Blattwerk, manchmal sogar mit Blüten zu. Wir ließen die besten Obstkisten-Hersteller im Wettkampf ein stabiles Mini-Obstkistchen bauen und, damit Sie an den Äpfeln über den Tag hinaus Ihre Freude haben, spendierten wir den Tagesblättern am Kalendarium eine zweite Perforation: der Tag geht, der Apfel bleibt – (und der Doktor bleibt weg!).

Sie haben uns den 2017er Kalender begeistert aus den Händen gerissen – und schon im Januar nach dem Nachfolger gefragt. Die ersten Archive waren »abgeerntet«, aber so schnell geben wir nicht auf: Hier kommen 365 »neue« alte Apfelsorten für 2018 aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Vereinigten Staaten. Lecker angerichtet von Jochen Rädeker. Wieder im Mini-Holzkistchen – und vermutlich wieder schnell vergriffen …

Warum boomte die Apfelzüchtung im 19. Jahrhundert so?

Bis ins frühe 19. Jahrhundert versorgten sich Handwerker und Bauern selbst mit Obst. Die Äpfel aus dem Garten wurden gekeltert oder eingekellert, Zucht und Auslese fand einzig an den Fürstenhöfen statt: Dort galten besonders edle Äpfel als Prestige-Objekte.

Dann zogen die Menschen vom Land in die Städte. Die Versorgung der Ballungsräume mit Obst wurde zum ertragreichen Wirtschaftszweig, Bahnnetz und Kanäle stellten den Transport sicher und die Anforderungen an das Obst wuchsen. In allen Teilen Europas und der Welt entstanden pomologische Gesellschaften. In aufwändig illustrierten und gedruckten Zeitschriften dokumentierten Pomologen neueste Züchtungserfolge und tauschten Erfahrungen aus.

In der industrialisierten Landwirtschaft von heute haben die damals bahnbrechenden Apfelzüchtungen weitgehend ausgedient – und werden grade deshalb begeistert wieder entdeckt.

Woher kommen die schönen historischen Illustrationen?

Pomona Franconia, Band 3, Johann Prokop Mayer, Nürnberg 1774

Deutschlands Kernobstsorten, Band 1 1833, Band 2 1837, Band 3 1942, Johann Baptist Lexa von Aehrenthal

Deutsches Obstcabinet, Band 1, Dr. L. Langenthal, Jena 1853

Pomologische Monatshefte, Dt. Pomologen-Verein & Pomologisches Institut, Verlag von Eugen Ulmer, Stuttgart, Jahrgänge: 1855–1900

Schweizerische Obstsorten, Gustav Pfau-Schellenberg, 1863–1872

Österreichisch-Ungarische Pomologie, Prof. Dr. Rudolf Stoll, 1883

Pomological Watercolor Collection, U.S. Department of Agriculture, Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

Deutschlands Obstsorten, Band 1 & 2, Druck und Verlag Eckstein & Stähle, Hofkunstanstalt, Stuttgart 1905–1934

Unsere besten Deutschen Obstsorten, Band 1: Äpfel, Druck und Verlag von Rud. Bechtold & Comp, Wiesbaden 1922

Weiterführende Informationen zu den Apfelsorten

Wir sind keine Pomologen und die Illustrationen der Äpfel sind nicht nach pomologischer Relevanz ausgewählt, sondern nach ästhetischen Gesichtspunkten. Die intensive Auseinandersetzung mit den alten Zeitschriften in den Tiefen der Archive hat uns gezeigt, wie eifrig und kontrovers die Züchtungen damals diskutiert wurden. Erstzüchtungen wurden angezweifelt und belegt und je tiefer wir einstiegen, desto bewusster haben wir darauf verzichtet, Geschichte, Vorkommen, Geschmack oder Verwendung der Äpfel in den Fokus unseres Interesses zu rücken. Dafür gibt es die pomologischen Gesellschaften und ihre Landesgruppen – die können das besser und sie freuen sich, wenn dieser Kalender Ihr weitergehendes Interesse geweckt hat.

 

2017 wurde An Apple A Day ausgezeichnet mit dem red dot Award: Communication Design in der Kategorie Publishing & Print Media / Calendars
Bronze beim gregor international calendar award

Stilecht ist er in einer kleinen Obstkiste verpackt – das perfekte Geschenk für den Gartenfreund.

Mein schöner Garten, November 2016

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